Gewässer-Check

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Die industrielle Massentierhaltung führt dazu, dass neben dem Grundwasser auch die Qualität von Seen, Flüssen und Meeren durch Nitrat und Phosphat aus der Gülle beeinträchtigt wird. Eine Überdüngung gefährdet nicht nur unser Trinkwasser, sondern es leidet auch die Artenvielfalt. Die Algenblüte macht im Extremfall das Übermaß sichtbar.

Um die Bevölkerung auf diese Problematik aufmerksam zu machen, tourt Greenpeace vom 13. August bis zum 08. September durch Deutschland und testet in 22 Städten Oberflächengewässer auf Nitrat, Phosphat sowie multiresistente Keime.

Nähere Informationen zur Aktion (mit Tourplan) unter:

https://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/dem-wasser-auf-den-grund-gehen

 

Am 18.08.2018 kamen zwei Greenpeace Aktivisten nach Emden, um in unserer Region das Wasser zu testen.

Am Vormittag wurden in Gegenwart von einigen Mitgliedern unserer Greenpeace-Gruppe Wasserproben an der Paddel- und Pedalstation am Großen Meer sowie am Petkumer Hafen entnommen und jeweils direkt vor Ort mit einem Photometer auf Nitrit-, Phosphat- und Nitratbelastung getestet. Die Untersuchungsergebnisse lagen alle unter den Zielwerten, das heißt zum Zeitpunkt der Probenahme war der Nährstoffgehalt nicht besonders hoch.

Die Untersuchung auf multiresistente Keime konnte nicht vor Ort erfolgen, da es für eine solche Untersuchung keinen Schnelltest gibt. Die Keimproben wurden per Post ins Labor geschickt und werden dort untersucht.

Um 13.00 Uhr wurde dann die „Greenpeace-Messstation“ im Stadtgarten in Emden eröffnet.

21 interessierte Bürger*innen brachten Wasserproben aus umliegenden Gewässern (z. B. Uphuser Meer, Greetsieler Hafen, Pilsumer Tief, Knockster Tief, Kurzes Tief, ...) mit  und ließen diese auf ihren Nitratgehalt überprüfen. Gespannt warteten sie die 15 Minuten ab, bis die Nitratbelastung ihrer Wasserprobe ermittelt werden konnte und ihnen das Testergebnis von den Greenpeace Aktivisten erklärt wurde. Alle Wasserproben wiesen keine besorgniserregenden Nitratwerte auf, was manche Bürger*innen etwas überraschte.

Die unerwartet „guten“ Messergebnisse können womöglich mit dem Messzeitpunkt zusammenhängen, denn in den letzten Monaten war es durchgehend trocken. Soweit Gülle ausgebracht worden ist, konnte z. B. der Nitratstickstoff nicht wie bei häufigeren Regenfällen ins Grundwasser sickern bzw. über die Schlote in die Tiefs und die anderen Gewässer gelangen. Für eine Bewertung der Gewässerqualität ist man außerdem auf den Jahresmittelwert angewiesen, hier verfehlen fast alle Gewässer in Niedersachsen den Zielwert. Minima im Sommer sind zudem häufig zu beobachten.[1]

Passanten, die sich - angezogen durch das große aufgeblasene Schwein und die Rollups mit Hintergrundinfos - neugierig dem Stand näherten, stellten teilweise Fragen zu Aktion,  nahmen sich Infomaterial mit und ließen sich auch davon überzeugen, eine der bereit liegenden Protestpostkarten an Frau Klöckner auszufüllen.

Nach drei Stunden hieß es, den Infostand mit vereinten Kräften schnell wieder abbauen, damit die Greenpeace Aktivisten sich wieder auf den Weg zur nächsten Stadt auf ihrer Tour machen konnten.

Wir sind schon sehr gespannt, welche Nitrat- und Phosphatbelastung die Gewässer der anderen Städte aufweisen und auch, wie es um die Keimbelastung der Gewässer bestellt ist.

 

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